Wie lassen sich die Ebenen identifizieren, die entsprechend von der digitalen Transformation betroffen sind, bzw. zum Gegenstand der digitalen Transformation gemacht werden müssen? Einen guten Ansatz liefert hierfür das „Maturity Modell“ von Azhari (von Leipzig et al., 2017) das folgende Dimensionen unterscheidet, die jeweils hinsichtlich ihrer digitalen Reifegrade untersucht werden müssen: StrategieFührung, Produkte, operatives Geschäft, Kultur, Mitarbeiter und weitere Stakeholder, Business- und IT Governance, Technologie.

Maturity Modell nach Azhari

Dimensionen und Reifegrade der digitalen Transformation

Reifegrade digitaler Transformationen

Die Reifegrade in die diese acht Dimensionen eingeordnet werden können, definieren sich wie folgt:

  • 1. Liegt der Reifegrad bei null bis 20 Prozent, besteht auf der jeweiligen Ebene kein Bewusstsein dafür, dass die digitale Transformation für sie relevant ist und forciert werden sollte. Problematisch ist das vor allem dann, wenn auf den Ebenen der Strategie oder der Führung entweder aufgrund von fehlender Kompetenz, Ängsten, oder aufgrund von innerpolitischem Kalkül digitale Transformation nur als ein technischer Aspekt gesehen wird, für den die IT notwendig ist.
  • 2. Der zweite Reifegrad liegt zwischen 20 und 40 Prozent und liegt dann vor, wenn ein Unternehmen zwar digitale Produkte in seinem Portfolio führt, aber dennoch keine ganzheitliche digitale Business Strategie vorhanden ist. Ebenso wie bei dem vorherigen Punkt wird auch in Unternehmen, die sich auf der Ebene dieses Reifegrads befinden, noch nicht erkannt, dass Business- und IT Strategie einander bedingen und somit zusammengeführt werden müssen.

  • 3. Der dritte Reifegrad ist dann gegeben, wenn ein Unternehmen beginnt erste Erkenntnisse aus Teil-Strategien, die bislang nur auf Produktebene stattgefunden haben, zusammengeführt werden. Hier beginnt Entwicklung einer digitalen Denkkultur innerhalb des Unternehmens.
  • 4. Sobald eine klare digitale Strategie definiert ist, kann das Unternehmen dem vierten Reifegrad zugeordnet werden, der zwischen 60 bis 80 Prozent liegt.
  • 5. Der letzte Reifegrad ist dann erreicht, wenn die definierte digitale Strategie in Business und Operations Modelle übertragen wird.

So anschaulich dieses Modell ist, so lässt sich das jeweilige Unternehmen damit aber lediglich entsprechend der einzelnen Dimensionen klassifizieren, eine Anleitung um die jeweiligen Reifegrade zu erhöhen ist es allerdings nicht. Ebenso gibt es keine vorgefertigte allgemein gültige Methodik, die sich jedes Unternehmen wie ein passendes Werkzeug aus der Schublade holen kann.

Das liegt daran, dass die Digitalisierung das Business so wie wir es kennen komplett verändert, und zwar von einem stabilen Business hin zu einer Richtung, die Bessant et al. (2005) definieren als „beyond the steady state“. Die Digitalisierung hat also eine enorme disruptive Wirkung. Und das Problem ist nun, dass Systeme, wie zum Beispiel Unternehmen, danach streben sich selbst als System zu schützen und ein Gleichgewicht innerhalb dieses Systems zu wahren.